Sozialarbeit - Unser Spielmobil in Herford



Die Idee der Spielmobilarbeit in Herford

entwickelte sich aus der Beobachtung, daß Kindern in unserer Gesellschaft der Raum zum Aufwachsen genommen wird. Verkehrsströme, Parkplätze und Bebauung hatte lange Zeit Vorrang vor den Spielbedürfnissen der Kinder. Heute weiß man jedoch, daß Kinder sich durch die räumlichen Strukturen nur bedingt einschränken lassen, wenn die anderen Faktoren stimmen: sie müssen Zeit und genügend Mitspieler haben. Beides ist nicht mehr selbstverständlich: lange Schulzeiten, fehlende Kinderdichte in der Nachbarschaft, Computer und Fernsehen verändern das Freizeitverhalten. Und immer weniger davon spielt sich draußen ab. Hier setzt unsere Spielmobilarbeit an. Nach dem Motto „Spielen kann man überall“; kann das Spielmobil fast jeden öffentlichen Raum zum Spielraum gestalten. Auf Schulhöfen, Straßen, Plätzen, Parks und Bahnhöfen können passende Spielaktionen durchgeführt werden. „Draußen spielen“ macht Spaß, da ist was los, andere Kinder sind auch da, hier wird nicht vorgeschrieben, was gemacht werden muß. Spielen ist wichtig für die Kinder, es ist ihre Form der Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt. Im Spiel ist nichts festgelegt und alles veränderbar, eine andere Form des Lernens, die auch wichtig ist. Die Bewegung spielt eine ebenso große Rolle: rennen, hüpfen, klettern, sich anstrengen tut gut, schafft einen Ausgleich zum Stillsitzen, ob vor dem Computer oder in der Schule. Vieles in unserer Gesellschaft spricht den Kopf, das Denken an, weniger Förderung erfahren unsere anderen Sinne, auch bei Kindern. Spielmobilarbeit gibt immer neue Impulse, fördert durch vielfältigste Materialien die Lust am Ausprobieren.

 

 




Angebote schaffen

Bei der Arbeit des Spielmobils handelt es sich um ein niedrigschwelliges Angebot, das Kinder erreicht,die sich aus verschiedenen Gründen nicht, bzw. wenig selbständig im Stadtteil bewegen, vorhandene Spielmöglichkeiten nicht nutzen und nicht mit anderen Kindern spielen (dürfen). Das Spielmobil setzt ein Zeichen dafür, dass Raum geschaffen wird für Spiel, Bewegung, Kreativität und Begegnung. Das Spielmobil wird zum zentralen Treffpunkt - Kinderöffentlichkeit wird hergestellt ! Hierbei werden Plätze erobert, die sonst für Kinder nicht zur Verfügung stehen oder von ihnen kaum genutzt werden (z.B. Parkplätze, Schulhöfe, Spielplätze, Rasen? ächen). In der Alltagsarbeit werden durch offene und angeleitete Angebote vielseitige Erfahrungen ermöglicht: - In spielerischen Bewegungsangeboten werden motorische Fähigkeiten angesprochen. Diese Bewegungsangebote reichen von Bewegungsbaustellen, Jonglage, Zirkus, Trampolin über Bewegungsspiele bis hin zu den großen Sportspielen wie Basketball, Hockey, Volleyball und Fußball.  Es werden zahlreiche Bewegungsspiele vermittelt, die die Kinder auch ohne spielpädagogische Anleitung selbständig weiterspielen können. Spiel ist in besonderem Maße geeignet, soziale Kompetenz zu fördern. Die Kinder lernen dabei u.a. miteinander zu spielen, sich im Spiel zu begegnen, andere mit einzubeziehen, zu kooperieren, Regeln einzuhalten und zu verändern, sich selbst einzuschätzen. - Über die angeleiteten Bewegungsangebote hinaus ermöglichen zahlreiche Spielgeräte und -materialien Bewegungs- und Materialerfahrungen. Der offene Charakter ermöglicht es den Kindern, diese selbständig zu nutzen und damit zu experimentieren. - Neben den Bewegungsangeboten spielen kreative Angebote eine große Rolle. Es werden den Kindern Erfahrungen mit verschiedenen Kulturtechniken wie darstellende Spiele, Malen, Drucken, Töpfern, Holzarbeiten, Basteln ermöglicht. Dadurch werden ihnen unterschiedliche Ausdrucksformen eröffnet. Dabei spielt der Weg, mit den eigenen Sinnen zu erfahren, zu gestalten, zu experimentieren bis zur Erstellung von kleineren Produkten, eine entscheidende Rolle.- In besonderen Aktionen wird das Umfeld der Kinder erforscht. Dabei wird Gelegenheit gegeben, den Stadtteil besser kennenzulernen. Insbesondere werden hierbei Erfahrungen mit der Natur, aber auch mit Straßenverkehr, Verkehrsmitteln, anderen Einrichtungen und den Möglichkeiten und Begrenzungen von Spielräumen gemacht. Indem die MitarbeiterInnen des Spielmobils vor Ort sind, Angebote initiieren, mitspielen, zuhören, also Ansprechpersonen sind, entsteht ein Bezug zu den Kindern und ihrem Umfeld. Insbesondere durch das Spiel ergibt sich ein intensiver Kontakt. Dieser entsteht zum einen durch den relativ freien Rahmen, in dem die Angebote in Abgrenzung zur Schule oder zum Verein statt? nden, und zum anderen durch eine gemeinsame Spiel-Ebene, auf die sich die MitarbeiterInnen des Spielmobils einlassen.